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IPK macht mit beim “World Pulses Day”
IPK participates in World Pulses Day


Germany
February 10, 2026


>> IPK participates in World Pulses Day

 


https://www.ipk-gatersleben.de/fileadmin/_processed_/7/a/csm_2025-02_Leguminosen-3043__IPK_Leibniz-Institut-J._Himpe_618e66652e.jpg
In der Genbank des IPK lagern mehr als 28.000 Muster von Leguminosen. - IPK, J. Himpe 

 

Heute ist Welt-Hülsenfrüchte-Tag („World Pulses Day“). Was am IPK rund um diesen Tag geplant ist, welche Forschungsprojekte laufen und warum Erbse, Linse & Co. wichtig für Gesundheit und Klima sind, erklärt Kerstin Neumann im Interview.

Erbsen, Linsen und Bohnen kennt fast jeder. Aber wie viele unterschiedliche Hülsenfrüchte gibt es eigentlich?

In der Familie der Leguminosen gibt es an die 23.000 Arten, das ist die drittgrößte Gruppe unter den Blütenpflanzen. Natürlich werden nur relativ wenige davon durch den Menschen als Nahrung genutzt, etwa 40-70 Arten. Aber das sind deutlich mehr als bei den Gräsern, zu denen unser Getreide zählt.

Wie viele Hülsenfrüchte lagern in der Genbank des IPK? 

In der Genbank lagern über 28.000 Muster an Leguminosen, also Hülsenfrüchten. Die größte Sammlung unter diesen besteht für die Gartenbohne - allein hier sind es über 8.400 Muster.

Du bist seit einigen Jahren Ko-Koordinatorin eines Citizen Science Experimentes (CSE), das fester Bestandteil des EU-Projekts INCREASE ist. Worum geht es da? 

Ziel ist es, die genetische Vielfalt von Bohnen lebendig zu erhalten und zu erforschen - durch Anbau, Beobachtung und Saatgutvermehrung in vielen privaten Gärten statt an nur einem zentralen Ort. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bauen alte Muster von Bohnen bei sich zu Hause an, dokumentieren Merkmale wie den Blühzeitpunkt mithilfe einer App und teilen Saatgut und Erfahrungen im Netzwerk. Auf diese Weise werden zwei Ziele gleichzeitig erreicht: Es entstehen wissenschaftlich verwendbare Daten und eine Erhaltungs-Community, durch die alte Sorten weiterhin verbreitet werden. 

Wie erklärst Du Dir die Begeisterung für Hülsenfrüchte? Immerhin haben sich bisher schon mehr als 25.000 Bürgerinnen und Bürger aus ganz Europa in den vergangenen fünf Runden an dem Projekt beteiligt. 

Es ist einfach ein hochaktuelles Thema. Hülsenfrüchte sind nicht nur sehr gesund, sondern auch noch gut für die Landwirtschaft und die Biodiversität. Sie binden Stickstoff im Boden, senken den Bedarf an Dünger und schaffen durch ihre vielfältigen Blüten und Anbauformen Lebensräume für viele Insekten und Bodenorganismen. 

Doch nicht nur das: Insbesondere Bohnen zeigen eine wunderschöne Vielfalt in der Blüten- und Samenmorphologie und sind wirklich einfach anzubauen - all das macht sie, so glaube ich, so attraktiv für die Bürgerinnen und Bürger. Beim Thema alte Sorten rennt man gewissermaßen offene Türen ein.

Das Citizen Science Experiment ist aber auch von den Medien mehrfach aufgegriffen worden. 

Ja, das hat uns sehr gefreut. Regionale Medien wie der MDR und die Mitteldeutsche Zeitung haben mehrfach über das Projekt berichtet, aber auch Zeitungen aus ganz Deutschland. Es gab auch Radio- und TV-Beiträge sowie Podcasts. Der Fernsehsender Arte widmete dem Projekt eine 45-minütige TV-Dokumentation mit dem Titel „Superfood Bohnen“. Für die Dreharbeiten besuchte das Produktionsteam das IPK sowie Standorte in Italien und Frankreich.

Gibt es weitere Projekte am IPK, die sich mit Hülsenfrüchten beschäftigen? 

Ja, es gibt einige weitere Projekte. So etwa das EU-Projekt „Legume Generation“, das vom IPK, namentlich Lars-Gernot Otto, koordiniert wird. Das regionale DiP-Projekt „DiPisum“ untersucht, wie die Erbse zum Strukturwandel in ehemaligen Bergbaugebieten beitragen kann. Die Perspektivgruppe von Samira El Hanafi beschäftigt sich mit Mischkulturen von Weizen und Erbse. In meiner Arbeitsgruppe beschäftigt sich ein Wissenschaftler, der von der Alexander von Humboldt-Stiftung gefördert wird, mit kombiniertem Trocken- und Hitzestress bei Kichererbsen. 

Wichtig waren aber auch die Arbeiten von Murukarthick Jayakodi. Er hat sich in seiner von der Leibniz-Gemeinschaft geförderten unabhängigen Nachwuchsgruppe mit dem Genom der Ackerbohne beschäftigt und maßgeblich zu dessen Aufklärung beigetragen. Arbeiten, die jetzt in der Forschungsgruppe von Martin Mascher am IPK fortgeführt werden. 

Lange Zeit lag der Fokus am IPK auf Getreide. Wie erklärst Du Dir das plötzliche Interesse der Wissenschaft an Hülsenfrüchten?

So plötzlich kommt das Interesse gar nicht! Bereits seit 2012 gibt es die Eiweißpflanzenstrategie in Deutschland, sodass seitdem natürlich auch mehr Forschung an Proteinpflanzen gefördert wird. Von 2014 bis 2017 lief das „Bean-Adapt“-Projekt am IPK. Die Bohnenkollektion der Bundeszentralen Ex-situ-Genbank am IPK wurde im Projekt für genetische Studien zugänglich gemacht. Hülsenfrüchte sind zudem nach Getreide die zweitgrößte Gruppe in der Genbank des IPK und schon deshalb ein naheliegender Forschungsschwerpunkt.  

Du gehst heute Abend mit Kolleginnen und Kollegen in ein Quedlinburger Restaurant zum Essen. Wie ist die Idee entstanden? Wer kommt mit? Und vor allem: Was gibt es dort zu essen? 

Die Idee stammt aus dem INCREASE-Projekt, wo wir schon seit Jahren Aktionen rund um den Hülsenfrüchtetag machen. Da dachte ich, warum nur dort, und habe einfach alle am IPK, die an Hülsenfrüchten forschen, angefragt, ob wir uns nicht dafür verbinden und einmal einen Netzwerkabend mit Abendessen an diesem Tag abhalten wollen. Zudem kommen auch Kolleginnen und Kollegen aus der Genbank wie die neue Arbeitsgruppenleiterin Anna Backhaus und zusätzlich zwei langjährige Teilnehmerinnen des Citizen Science Experimentes aus Wernigerode, die heute mehr über die Forschung zu Hülsenfrüchten erfahren möchten. 

Zu essen gibt es ein innovatives Drei-Gänge-Menü im Restaurant Tatu in Quedlinburg. Natürlich sind in jedem Gang Hülsenfrüchte dabei - jeweils mit einer Option für Vegetarier und Nicht-Vegetarier.

Hülsenfrüchte stehen aber auch im Casino am IPK auf dem Speiseplan. Was ist dort geplant? 

Das Casino-Team macht sogar gleich eine ganze Hülsenfrüchtewoche und bietet immer ein Gericht an, welches aus Hülsenfrüchten besteht. Am heutigen Tag sind sogar alle Gerichte mit Hülsenfrüchten. So gibt es klassisch grüne Bohnen mit Kassler, ein Kichererbsen-Stew sowie als Highlight des Tages: Gebratenes Lachsfilet auf Linguini mit Linsengemüse und Pernodcreme.

Du kennst die große Vielfalt an Hülsenfrüchten, hast inzwischen viele probiert und bist sogar von Sebastian Lege in seine TV-Show „Lege kommt auf den Geschmack“ zur Verkostung ins Studio eingeladen worden. Was ist denn Dein Lieblingsgericht?

Also das Chili vom Sebastian Lege schlägt natürlich so schnell nichts, und ich esse auch sehr gerne mal Chili. Aber ich bin ein großer Fan von Suppen. So liebe ich weißen Bohneneintopf mit Kassler oder auch eine cremige Bohnensuppe mit Tomaten und Gemüse, die richtig schön dick eingekocht ist.

 

Mehr Infos: 

Multimedia-Story „Erbse, Linse & Co.” 

https://ipkstories.pageflow.io/leguminosen

Citizen Science Experiment im INCREASE-Projekt:

https://www.pulsesincrease.eu/de/experiment

 



More news from: IPK Gatersleben - Leibniz Institute of Plant Genetics and Crop Plant Research


Website: http://www.ipk-gatersleben.de

Published: February 10, 2026

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