Gatersleben, Germany
September 1, 2026

Sachsen-Anhalts Wissenschaftsminister Armin Willingmann (links) und Nicolaus von Wirén, Geschäftsführender Direktor des IPK, beim Rundgang durch den alten Gewächshauskomplex.
Bei der notwendigen Sanierung des Forschungscampus kann das IPK den nächsten großen Schritt machen. So stehen 22,5 Millionen Euro für einen neuen Gewächshauskomplex in der Abteilung Genetik bereit. Sachsen-Anhalts Wissenschaftsminister Armin Willingmann überreichte heute den Fördermittelbescheid.
Keine Frage: Die Gewächshausanlagen in der Genetik des IPK sind baulich und technisch in die Jahre gekommen. Davon konnte sich heute auch Sachsen-Anhalts Wissenschaftsminister Armin Willingmann bei einem kurzen Rundgang überzeugen. Umso wichtiger ist, dass nun 22,5 Millionen Euro für den Neubau eines Gewächshauskomplexes mit angrenzenden Funktionsbereichen und die energetische Ertüchtigung zur Verfügung stehen.
Das Geld für die größte Investition der vergangenen Jahre am IPK stammt aus der Bund-Länder-Vereinbarung zur „Modernisierung und Sanierung der baulich-technischen Infrastruktur von Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen“. Insgesamt fließen nach Sachsen-Anhalt 104 Millionen Euro. Dem Vorhaben am IPK, für das Armin Willingmann heute bei seinem Besuch den Fördermittelbescheid überreichte, wird damit eine extrem hohe Priorität eingeräumt.
„Das Vorhaben ist eine Investition in die Zukunftsfähigkeit des Standorts Gatersleben, weil wir damit die Forschungsarbeiten auf hohem Niveau halten können, mehr Möglichkeiten und Kapazitäten haben, Forschungsgelder einzuwerben und letztendlich damit auch unsere Rolle als großer regionaler Arbeitgeber sichern“, erklärte Nicolaus von Wirén, Geschäftsführender Direktor des IPK. „Der Zuweisungsbescheid erlaubt uns nicht nur, einen Forschungsgewächshauskomplex nach neuestem technischem Standard auszustatten, sondern auch, die zentrale Kälteversorgung für den ganzen Campus umzugestalten, wodurch wir die Betriebskosten deutlich reduzieren können.“
Armin Willingmann ordnete die jetzige Investition aber auch in die generelle Bedeutung der Forschungsarbeit des IPK ein. „Der Klimawandel schreitet auch bei uns in Sachsen-Anhalt fort und geht mit neuen Herausforderungen für unsere Landwirtschaft einher“, so der Minister. „Längere Trockenperioden, zunehmende Hitze und weitere Wetterextreme können Ernten gefährden.“ Umso wichtiger seien Kenntnisse, welche Pflanzen auch mit den Bedingungen von morgen zurechtkommen. Willingmann setzt deshalb auf Spitzenforschung für die Landwirtschaft am IPK. „Das IPK Leibniz-Institut verfügt mit seiner Genbank und seiner international herausragenden Expertise über beste Voraussetzungen, um einen wichtigen Beitrag für eine klimaresilientere Landwirtschaft zu leisten. Deshalb ist die Millionen-Förderung, die das IPK nun erhält, sehr gut angelegtes Geld.“ Willingmann lobte aber auch die lange Wissenschaftstradition am Standort Gatersleben. „Hier wird seit Jahrzehnten gezeigt, wovon Wissenschaft lebt: vom internationalen Austausch.“
Der Kern des Projektes umfasst den Neubau von 2.000 Quadratmetern Gewächshausfläche. Doch nicht nur das. „Mit der Förderung starten wir auch mit dem Aufbau eines zentralen Kältenetzes für das gesamte Institut“, sagte Ingmar Schmidt, Administrativer Leiter des IPK. So sollen in den kommenden Jahren drei zentrale Leitungen in die Genetik, ins Friedrich-Miescher-Haus und ins Vavilov-Gebäude verlegt werden. „Die bisherigen, dezentralen Kälteanlagen stammen aus der Zeit zwischen 2000 und 2005 und erreichen demnächst das Ende ihrer Betriebslaufzeit“, sagte Ingmar Schmidt. Zudem können die bisherigen Kältemittel nur noch bis 2050 genutzt werden, würden aber schon jetzt schrittweise vom Markt genommen und sind deshalb immer teurer. „Wir hatten schon eine Machbarkeitsstudie zum Aufbau eines Kältenetzes in Auftrag gegeben, in der Kosten von 4,2 Millionen Euro veranschlagt wurden.“ Und jetzt sind wir natürlich froh, dass wir mit der Förderung den ersten Schritt machen können.“
Der Zeitplan für das Vorhaben steht bereits. Die Ausschreibung für die Projektsteuerung ist veröffentlicht. Die Auftragsvergabe an die Gutachter und Fachplaner soll im Dezember 2026 erfolgen, und Mitte 2028 beginnen der Rückbau der bisherigen Gewächshäuser sowie die Erneuerung der gesamten Medienversorgung, inklusive Strom- und Kältetechnik. „Die große Herausforderung besteht darin, dass alle Baumaßnahmen bis Ende 2029 abgeschlossen sein müssen“, sagte der Administrative Leiter. Was neben den Gewächshäusern, den Funktionsbereichen und der Medienversorgung noch dazu gehört, hängt vom Baufortschritt, aber auch der Kostenentwicklung ab. „Wenn alles optimal läuft, wollen wir in der Abteilung Genetik die alten Phänotypisierungs-Anlagen erneuern.“ Dafür sind in der aktuellen Planung drei Millionen Euro veranschlagt.
Nicolaus von Wiren denkt aber auch schon weiter. Die zwei entscheidenden Fragen seien: Wie soll das IPK bis 2030 aussehen? In welche Richtung soll es sich in der Zeit danach entwickeln? Auch da gibt es schon Ideen. „Wir wollen im Jahr 2032 gemeinsam mit der Martin-Luther-Universität Halle einen Antrag auf ein neues Exzellenzcluster stellen“, sagte der Geschäftsführende Direktor. Und dafür sei es wichtig, die Forschungsinfrastruktur in der Region frühzeitig aufzubauen. Dabei gehe es u.a. um die Modernisierung der Genbank sowie um die Sanierung und künftige Nutzung des Genomzentrums. Was den Antrag selbst angeht, gibt Nicolaus von Wirén sich selbstbewusst. „Wir sind seit 2025 beim Exzellenzcluster CEPLAS dabei und zeigen, dass wir es können.“