Malchow/Poel, Germany
February 2012
Wirtschaftsminister Harry Glawe hat heute in der PROPHYTA GmbH in Wismar den Startschuss für ein neues Verbundforschungsvorhaben mit der Hochschule Wismar gegeben. Mecklenburger Ingenieure und Wissenschaftler wollen ein neuartiges biotechnologisches Verfahren unter Nutzung von Pilzen entwickeln, um künftig in großen Lagereinheiten aufbewahrte Ernten auf natürliche Weise vor Keimen und Bakterien zu schützen. Das gemeinsame Projekt mit einer Laufzeit von zwei Jahren wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und des Europäischen Sozialfonds (ESF) mit 132.000 Euro gefördert, das Gesamtvolumen beträgt 170.000 Euro.

Minister Harry Glawe (2. von links.) überreicht den Förderbescheid an den Geschäftsführer der PROPHYTA GmbH Dr. Peter Lüth (links), Prof. Martin Wollensak (rechts) und an Prof. Christian Stollberg, von der Universität Wismar
Hintergrund:
Jedes Jahr werden Milliarden Tonnen Obst, Gemüse und Getreide eingelagert, verschifft und transportiert. Bei der Lager- und Vorratshaltung kann ein Befall mit Pilzen nicht ausgeschlossen werden. Daher sind in der Regel im Lager weitere Schutzmaßnahmen notwendig. Bis heute werden die Nahrungsmittel grundsätzlich mit chemischen Substanzen bearbeitet, damit sie äußerlich appetitlich aussehend und geschmacklich einwandfrei beim Verbraucher ankommen. Gemäß EU-Pflanzenschutzrecht müssen jedoch die giftigen Verbindungen bis 2013 mengenmäßig um 50 Prozent gegenüber 2005 reduziert werden. Zudem setzen immer mehr Verbraucher auf eine umweltverträgliche Lagerung und Verarbeitung von Lebensmitteln – ein Riesenmarkt, für den es bislang noch keine verfahrenstechnische Alternative gibt. Die Abtötung von Fäulniskeimen, insbesondere Pilzen, in der Lager- und Vorratshaltung mit Gasen auf biologischer Basis ist bisher weder untersucht noch etabliert, was sich jetzt mit Hilfe von Experten und Wissenschaftlern in Wismar ändern soll.

Torsten Selz präsentiert die pilzlichen Sporen auf einem Feststoffsubstrat in einem geöffneten Fermenter bei der PROPHYTA
In dem Forschungsprojekt wird die PROPHYTA GmbH mit den herstellungsrelevanten Fragestellungen des gasbildenden Pizes befassen, während die Universität das Gas analysieren und seine Wirksamkeit gegen die Lagerfäule verursachenden Schadpilze untersuchen wird. Ziel ist es die Kultivierung des Pilzes im PROPHYTA-Feststoff-Fermeneter verfahrenstechnologisch so zu entwickeln, dass eine maximale Gasausbeute mit den optimal wirksamen Inhaltsstoffen möglich ist.
Weitere Informationen unter:
http://www.regierung-mv.de/cms2/Regierungsportal_prod/Regierungsportal/de/wm/?&pid=33196
http://www.gruender-mv.de/news/gruendernews/2012/Januar/3001b.html
http://www.ruegen-und-mee-h-r.com/?m=201201